Vom Matsch zum Bewässerungssystem

Die Sommer werden heißer und die Gärner verzweifelter. Letztes Jahr war die Hitze und der ausbleibende Regen ein Grund für mich, um über Systeme nachzudenken, die jeden Tropfen Wasser retten. Die Eigenschaft gern im Matsch zu spielen, ist mir anscheinend auch als Erwachsener nicht abhanden gekommen. Was heißt das genau? Beim Einpflanzen habe ich immer eine Gießkanne zur Hand, ich möchte ja schließlich nicht, dass die Jungpflanzen vertrocknen. Als ich an einem abschüssigeren Stück Beet die Pflanze goss, floss das Wasser überall hin, nur nicht dahin wo es sollte. Ich formte die feuchte Erde zu Gräben und Wällen und habe dadurch super Erfolge erzielt.

Formen, die sich bei mir bewährt haben

Starkzehrer- und Mittelstarkzehrer: Sie brauchen im Sommer besonders viel Wasser und vertragen keine längere Trockenperioden.

Ich setze die Pflanze etwas tiefer als normal ein und gieße sie an. Dabei forme ich mit dem entstandenen Matsch eine Art Befestigungswall mit einem Durchmesser von 20-25 cm um die Pflanze. Danach drücke ich alles nochmal fest und gieße nach. Damit kann ich erkennen, ob es irgendwo eine brüchige Stelle gibt. Die Erde hat somit Zeit das Wasser aufzunehmen. Im Normalfall perlt es auf trockener Erde ab und versickert an jeder Stelle, nur nicht an der die ich brauche.

Jeder Tropfen Wasser wird aufgefangen. Es gibt noch einen Vorteil: Zwiebeln und Porree möchten es nicht dauerfeucht haben, Basilikum aber schon. Durch meine Konstruktion habe ich beide Bedürfnisse aufgegriffen.

Das Wasser hat genug Zeit in die Erde zu sickern

Schwachzehrer: Dazu gehören Basilikum, Salate und Radieschen. Aber auch Blumen wie Tagetes. Diese setze ich in eine Art Graben.

Hier habe ich zwei Lösungen für mich entdeckt:

  • Entweder mit Starkzehrern zusammen im Befestigungswall oder im Graben davor. Tomaten, Paprika und Chili vertragen sich hervorragend mit Basilikum.
  • In der Reihe gepflanzt: Ich baue Minihügelbeete. Diese eignen sich perfekt für Zwiebeln, Porree, Rote Bete, Pastinaken etc. Wo ein Hügel ist, ist auch ein Tal. Genau hier rein kommen Schwachzehrer wie Basilikum, Schnittsalate oder Radieschen. Gieße ich nun von oben das Beet, sammelt sich das Wasser in den Tälern und bewässert die Pflanzen automatisch. Genau das gleiche passiert bei Regen.

Ein Gedanke zu “Vom Matsch zum Bewässerungssystem

  1. Avatar von Trudi
    Trudi sagt:

    Ein Teil dieser Methode setze ich im Garten wo es Wege hat, ohne das bewusste Nebeneinander, ein.
    Im Sorglosgarten welcher ein Gefälle hat, pflanze ich die Tomaten in der Falllinie und grenze jede mit einem Hügel und einem Ring darum ab.So wird auch die gerade sehr feuchte alte Mulchschicht um die Tomaten gekegt.Direkt an die Tomate habe ich jetzt Stroh gelegt, damit die Wärme den noch immer wieder fallenden Regen da schneller abtrocknen lässt .Rings um den ganzen Hanggarten sind Tomaten und Kürbisse verteilt, welche auf einem Damm aus den Resten von Anaranth und Kürbispflanzen vom letzten Jahr, vorhanden sind.Auch darüber kommt wenn diese Gewachsen sind, eine dicke Stroh/Heuschicht.Dazu jetzt wo die Wiese wächst wie Soargel, alles was ich ausreisse.
    Das mache ich nun das 3te Jahr so und der Garten ist st von sich aus auf diese Weise rings herum mindestens 2 Meter vergrössert worden.

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